Keramikfüllung
Wenn defekte Stellen an Zähnen aufgebaut werden sollen, stehen verschiedene Materialien zur Verfügung:
- Amalgam
- Komposite (spezielle Kunststoffe)
- Metalllegierungen
- Dentalkeramik
Wir stellen hier die laborgefertigten Füllungen aus Dentalkeramik vor. Keramische Inlays kommen in ihrer Materialbeschaffenheit dem Zahnschmelz am nächsten. Dies ist vorteilhaft für:
- Schutz vor Wärme- und Kälteeinwirkungen
- Abrasionsfestigkeit
- Ästhetik
Das Keramikinlay wird über Abformen des Kiefers und nachfolgender Modellherstellung im Dentallabor angefertigt. Dadurch ist eine anatomisch-funktionelle Formgebung wie in der Kronen- und Brückentechnik möglich. Dies ist vor allem bei großflächigen Füllungen von Bedeutung. In der Labortechnik wird auch ein kontrollierbarer dichter Randschluss hergestellt. Bei uns wird die Passung generell unter Mikroskop gearbeitet und kontrolliert. Der Zahnarzt befestigt das Keramikinlay mit der Ätz-Klebetechnik, dadurch erhält der Zahn seine ursprüngliche Festigkeit. Er wird durch die Füllung nicht geschwächt, wie es zum Beispiel bei großvolumigen Goldfüllungen der Fall sein kann.
Vorbereitung
Zuerst werden kariöse Bereiche und alte Füllungen (01) entfernt. Die jetzt vorliegenden Kavität wird so aufbereitet, dass ein passgenau gearbeitetes Werkstück eingeführt werden kann. Idealerweise bilden gegenüberliegende Wände einen Winkel von 2 - 6 Grad (02). Die so vorbereiteten Zähne werden mit Präzisionssilikonmassen abgeformt (03).
Herstellungsprozess
Aus den Abdrücken bekommen wir genaue Modelle, auf welchen die Keramikfüllungen hergestellt werden. Die Füllungen selbst haben eine homogene Struktur. Sie werden nach dem Verfahren der Presskeramik hergestellt (04).
Wie bei der Kronen- und Brückentechnik wird der Kontakt zum Gegenzahn und der Verlauf der Kaubewegungen berücksichtigt. Je genauer die Passung, desto dünner ist die Klebefuge. Das kommt der Langlebigkeit unserer Keramikfüllungen zugut (05).
05 Füllungen auf dem Arbeits-
modell 
Laborgefertigte Füllungen haben eine anatomische und funktionelle Formgebung
Einsetzen
Die fertigen Keramikfüllungen werden mit der Ätz-Klebetechnik eingesetzt. Dazu muss der Zahnarzt ein absolut trockenes Arbeitsfeld haben. Jede Feuchtigkeit - auch aus der Atemluft - würde den Haftverbund schwächen. Mit extrem elastischen Folien (Kofferdam) werden die Zähne zur Mundhöhle hin abgedichtet (06).
Die wiederhergestellte Seitenzähne (07). Der Klebeverbund stabilisiert sogar die Restzahnsubstanz. Die Festigkeit des restaurierten Zahnes ist höher als der Restzahn es war.
Bild 01 - 07 mit freundlicher Genehmigung von Dr. W. Müller, Basel









